Nordisch by nature – Eine Kanutour auf der Treene

Eine Kanutour auf der Treene - Schafe, Sonne, Ebbe und Flut - von allem etwas.

Die Treene gilt als Deutschlands nördlichstes Paddelrevier. Von Tarp nach Friedrichstadt wird die Treene vom Bächlein zum Fluss, dessen Ufer von den Gezeiten geprägt wird. Der Fluss ist eine Herrausforderung im entspannten Sinne! Ein Paddler bekommt von der Treene Natur, Weite, Ruhe und eine Priese Abenteuer geboten.

Eine Kanutour auf der Treene – die Tourmerkmale:

  • Der Bericht beschreibt eine 4-Tagestour (langes Wochenende).
  • Für Anfänger und erholungssuchende Paddler sehr geeignet.
  • Am Flusslauf sind gut ausgebaute Wasserwandererplätze und Campingplätze ausreichend vorhanden.
  • Versorgungsmöglichkeiten sowie Gastlichkeiten sind in jedem Ort zu finden.

 

Die Treene, die Hintergrundinformationen zum Fluss:

 

In Schleswig Holstein entspringt in Mittelangeln die Treene. Ab dem Treßsee bei Oeversee wird die Treene vom Die Treene gilt als Deutschlands nördlichstes Paddelrevier. Rinnsal (Naturschutzgebiet mit Befahrungsverbot) zum beschaulichen Fluss. Von Tarp einem Ort bei Flensburg können Paddelfreunde die Treene auf einer Strecke von 63 Flusskilometer bis nach Friedrichstadt an der Nordsee bepaddeln. Sie durchfließt auf dieser Strecke zwei Landschaftsformen, die Geest und Marsch genannt werden. An ihrem Ende fliest sie in die Eider, die wiederum nach ein paar Kilometern in die Nordsee mündet. Der Abschnitt der Geest ist von Bäumen und Büschen, die dicht am Ufer wachsen geprägt. Die Marsch hingegen beginnt unter Treia und kennzeichnet sich durch einen Fluss, der vom Deich umgeben ist, wenig Baumbestand in Ufernähe hat, immer breiter wird, von weiten Feldern umgeben ist, durch die Gezeiten an Wasserstand gewinnt oder verliert. Die genügsame Treene verspricht mehr Erholung als Herausforderung. Sie ist für Anfänger ein sehr geeignetes Gewässer. Durch ihren natürlichen und ursprünglichen Charme (typisch Norddeutsch) lädt sie aber auch erfahrene Paddler ein, sie zu erkunden. In regelmäßigen Abständen sind gepflegte Wasserwandererrastplätze und Unterkünfte für die Nacht zu finden.

Vier Tage auf der Treene – eine schöne Kanutour quer durch Schleswig Holstein

Tag 1. Start in Tydal

Ein hervorragender Ausgangspunkt für eine mehrtägige Kanutour auf der Treene ist der Spejdergárden in Tydal. Das gepflegte PfadfinderlagerGuter Ausgangspunkt für eine mehrtägige Kanutour auf der Treene ist der Spejdergárden in Tydal. zwischen Tarp und Eggebek gehört den dänischen Pfadfindern. Es umfasst ein sehr großes Areal mit naturbelassenen Zeltplätzen und guten sanitären Anlagen. Die Pfadfinder sind gastfreundlich und nach zuvor erfolgter Anmeldung kann ein Paddler gegen eine günstige Gebühr sein Zelt im Lager aufschlagen. Größere Gruppen müssen sich zuvor anmelden. Tydal hat zwei gute Anlegestellen für Kanus und Faltboote, an der hier noch schmalen Treene.
Die Treene windet sich bei Tydal in engen Kurven durch die saftigen Felder. Mit unseren Faltbooten mussten wir sehr auf Äste und Bruchkanten achten, die hier im seichten Wasser versteckt liegen. Da die Treene in diesem Abschnitt eine kräftige Strömung aufweist, ist stromaufwärts paddeln nur etwas für sportliche Paddler. Mit dem Kanu sollte im oberen Lauf der Treene eine gewisse Vorsicht herrschen, da aufgrund der nicht zu verachtende Strömung in Kurven und bei herabhängende Bäume Kentergefahr besteht.
Am ersten Tag paddelten wir von Tydal in Richtung Tarp ca. vier Kilometer gegen die Strömung. Diese Aufwärmrunde ist nur etwas für starke Arme.

Tag 2. Im Faltboot von Eggebek nach Treia

Unsere Kanutour in 2016 fand auf der Treene unter sehr guten Wetterverhältnissen statt. Wir liessen morgens unsere Faltboote in Tydal bei Eggebek zu Wasser. Eine Kanutour auf der Treene - Treia am Fluss gleich neben der Feuerwache Unser Tagesziel war das kleine Städtchen Treia. Auf diesem Flussabschnitt ist die Treene an vielen Stellen sehr flach und lädt zum Baden ein. In der Sommerzeit herrscht auf diesem Abschnitt der Treene reger Kanuverkehr. Viele Kanuverleier bieten hier Gelegenheitspaddlern, laut ihren Angaben, die schönste Kanutour in Schleswig Holstein an. Da hier viele Anfänger (meist auch nicht nüchtern) mit dem Kanu unterwegs sind sollte man vorausschauend paddeln um Zusammenstöße zu vermeiden. Oft begegnen einem auch Kanus in Flussnot mit hinterherschwimmenden Paddlern.
In Treia konnten wir unsere Zelte am Fluss gleich neben der Feuerwache aufschlagen. Die Feuerwache hat eine gepflegte Toilette, die rund um die Uhr zugängig ist. Camper müssen für die Nacht einen kleinen Beitrag an die Stadtverwaltung entrichten. Direkt vor dem Wasserwanderer Rastplatz an der Feuerwehr wurden am Ufer Steine aufgeschüttet, so dass sich der Flusslauf hier verengt. Dies sorgt dafür, dass die Strömung merklich zunimmt. Mit dem Kanu oder dem Faltboot sollte hier nur ein erfahrener Paddler bei hohem Wasserstand das Hindernis befahren. Anfänger sollten lieber ihre Kanus die ca. 50 Meter aus dem Wasser nehmen und die Aufschüttung umtragen. Abenteurer und geübte Schwimmer können hier ein erfrischendes Bad nehmen und rasant die Flussenge durchschwimmen.
In Treia haben Paddler die Möglichkeit ihre Vorräte am EDEKA-Markt aufzufüllen. Hungrigen Wasserwanderer empfehlen wir, aus eigener Erfahrung, den Osterkrug in der Stadtmitte (ca. 1 km von der Treene entfernt) aufzusuchen.
In diesem Abschnitt sind die Ufer der Treene dicht mit Bäumen und Sträuchern bewachsen. Unsere Tagesstrecke umfasste 22 Flusskilometer.

Tag 3. Von Treia nach Fresendelfter Fähre – Die Treene wird erwachsen.

Nach einer entspannten Nacht bestiegen wir unsere Faltboote und paddelten flussabwärts Richtung Friedrichstadt. Am Ortsende von Treia überraschte uns eine Steinaufschüttung, die den Fluss sehr flach und reißerisch machte. Da somit überall die Gefahr bestand mit unseren Faltbooten aufzusetzen, mussten wir die Boote aus dem Wasser nehmen und umtragen. Dies bescherte uns gleichzeitig eine andächtige Rast an der Freiluftkirche von Treia, die ihren Gottesdienstplatz an der Treene genannt „Das kleine Paradies“ errichtet hat.

Hinter Treia vollzieht die Treene einen Landschaftswandel und wird zum Marschfluss. Die hier beginnenden Deiche grenzen den Fluss von der flachen undHinter Treia vollzieht die Treene einen Landschaftswandel und wird zum Marschfluss. weitläufigen Marschlandschaft ab. Es gibt nunmehr keine schützenden Bäume in Ufernähe, die Sonne schien somit erbarmungslos auf uns herab. Gleichfalls nimmt die Strömung merkbar ab. Im Gegenzug machen sich Ebbe und Flut leicht bemerkbar. Die Treene wir weitläufiger und eine entspannende Stille setzt außerhalb von Ortschaften ein.Treene-Kanutour 2016 - Wasserwanderer-Rastplatz an der Fresendelfter Fähre
Gegen Abend kamen wir am Wasserwanderer-Rastplatz an der Fresendelfter Fähre an. Diese Übernachtungsmöglichkeit würde ich als Geheimtipp betrachten. Der Rastplatz liegt kurz hinter dem Deich in einem kleinen Wäldchen, welches Schutz vor Sturm und Sonne bietet. Der Rastplatz fällt in die Kategorie Abenteuercamping. Hier sind ein Bioklo der besonderen Art, Wasser aus der Handpumpe und eine schöne Bioklo der besonderen Art, Wasser aus der Handpumpe und eine schöne Feuerstelle mit genügend Holz - Wasserwanderer-Rastplatz an der Fresendelfter FähreFeuerstelle mit genügend Holz vorhanden.

An diesem Paddeltag belief sich unsere Tagesstrecke auf ca. 19,5 Kilometer.

Tag 4. Von Fresendelfter Fähre nach Friedrichstadt an der Nordsee.

Am vierten Tag unserer Kanutour paddelten wir auf der immer breiter werdenden Treene in Richtung Friedrichstadt. Der Wettergott hatte uns an diesem Tag nur Sonne geschenkt, die uns gnadenlos auf den Pelz brannte. Schattenplätze suchten wir auf dem Weg nach Friedrichstadt vergebens. Die Treene hatte für uns am Ufer nur Schilf und Schafe zu bieten. Zum Glück hatten wir keinen Gegenwind, der aufgrund der weiten Landschaft und der Breite des Flusses zu einer großen Herrausforderung werden kann.
In Richtung Friedrichstadt sind nunmehr weniger Kanutouristen unterwegs. Wir konnten somit die ruhige und weite Landschaft der Marsch genießen. Ab Süderhöft setzt auf der Treene der nicht sehr belebte Motorbootverkehr ein. Wir nutzten die eine oder andere Badestelle um uns abzukühlen.
An dem Ort Schwabstedt paddelten wir vorbei und kamen am Nachmittag in Friedrichstadt an. Friedrichstadt ist eine alte Fischereistadt,Treene-Kanutour 2016 - Friedrichstadt ist eine alte Fischereistadt, die nicht weit von der Nordsee im Landesinneren liegt. die nicht weit von der Nordsee im Landesinneren liegt. Wir hatten unser Tourziel somit erreicht! Friedrichstadt wird aufgrund seiner Grachten (Kanäle) liebevoll Venedig des Nordens genannt. Die Stadt ist mit schmalen Grachten, auf denen sich die Ausflugsschiffe bei guten Wetter tummeln, durchzogen. Wir paddelten gemütlich mit unseren Faltbooten durch die Grachten und bestaunten die Altstadt. Friedrichstadt wird aufgrund seiner Grachten (Kanäle) liebevoll Venedig des Nordens genannt. Vom kleinen Hafen aus, geht es durch eine Schleuse in die Eider und von dort aus kommt man in die Nordsee. Ein Paddler sollte allerdings den Weg zu Nordsee unterlassen und lieber die Eider Richtung Landesinnere paddeln. Bevor es nämlich über die Eider in die Nordsee geht, muss das Eider-Sperrwerk durchfahren werden. Aufgrund von Ebbe und Flut sowie den sehr großen Wassermassen, die dort durchfließen, ist diese Passage für einen Paddler lebensgefährlich.

Am letzten Abend unserer Paddeltour landeten wir am Eider u. Treenecamp Nordfriesland an. Dieser gepflegte Campingplatz in Friedrichstadt hat einen direkten Wasserzugang zur Treene. Paddler werden nach unserem Eindruck freundlich empfangen und finden immer einen Platz zum Zelten. Der Campingplatz liegt direkt in Friedrichstadt Treene-Kanutour 2016 - Eider u. Treenecamp Nordfriesland - gepflegte Campingplatz in Friedrichstadt kurz hinter dem Deich. Auf der Deichspitze wurden wir mit einem schönen Sonnenuntergang mit Blick auf die Eider belohnt.
Am letzten Tag unserer Kanutour auf der Treene absolvierten wir eine Tagesstrecke von 19 Kilometer.

Die Highlights unserer Treene-Kanutour 2016:

  1. Das Baden im oberen Verlauf der Treene. Sowie folgender Abenteuertipp: Baden am Rastplatz beim Feuerwehrhaus in Treia. Hier kann bei hohem Wasserstand die am Ufer mit Steinen aufgeschüttete Flussenge durchschwommen werden. Die Strömung ist ca. 30 Meter sehr reißerisch. Dieser schwungvolle Spaß ist nur etwas für geübte und abenteuerlustige Schwimmer.
  2. Wildcampen am Wasserwandererrastplatz vor dem kleinen Ort Fresendelft. Der Rastplatz liegt von Friedrichstadt aus gesehen bei Flusskilometer 13.
  3. Eine Paddeltour durch Friedrichstadt seine Grachten, dem Venedig des Nordens.Treene-Kanutour 2016 - Wildcampen am Wasserwandererrastplatz vor dem kleinen Ort Fresendelft

 

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