Paddeln in den Masuren: Fünfter Tourtag, wir folgen der Krutynia

Mühle von Zielony LasekNach einer fröhlichen Nacht an der Strandbar landeten wir ein wenig später als die anderen Tage ab. Wir paddelten mit unseren Kajaks die Krutynia flussabwärts. Nach ca. einem Kilometer stromab paddelten wir auf die Mühle von Zielony Lasek zu, an der sich ein Stauwehr befand. Hier herrschte ein reges Treiben, die Tagestouristen waren schon in großer Anzahl auf diesem Abschnitt der Krutynia unterwegs. An der Anlegestelle waren einige junge Männer postiert, die mit kleinen Karren die Boote der zahlungswilligen Paddler, die ca. 200 Meter breite Landbrücke, übersetzten. Diese Dienstleistung kam uns sehr gelegen. Für ein paar Zloty griffen die Männer beherzt zu. Sie nahmen rechts und links je ein Boot an den Trageriemen und spurteten los. Ihre Arme wurden allerdings auf dem Weg zur Einlassstelle immer länger. Unsere Boote waren gut bepackt und nicht so leicht wie die von den Tagestouristen. Dies stellten die tüchtigen Burschen schnell fest und beschlossen, die letzten vier Boote mit dem Karren einzeln zu fahren.

Flussstrecke gehört zu den malerischen aber auch einfachsten auf der KrutyniaDie nun folgende Flussstrecke gehört zu den malerischen aber auch einfachsten auf der Krutynia. Die ruhige Strömung und das breite Flussbett machte das Paddeln unkompliziert. Die Krutynia wurde bis Rosocha überwiegend vom Tagestourismus geprägt. Abschnittsweise war der Fluss überseht mit Kajaks und zweier Paddelbooten. polnischen Tagespaddler An dieser Stelle möchte ich ein großes Lob an alle vorwiegend polnischen Tagespaddler aussprechen. Die Krutynia war sehr sauber für solch einen Menschenandrang. Zum Glück lichtete sich gegen Mittag das Paddlergetümmel. Das Ufer zeigte sich auf dieser Strecke im vielschichtigen Grün und war vorwiegend mit Mischwald bewachsen, der sich mit saftigen Wiesen abwechselte.

Gegen Spätnachmittag kamen wir mit unseren Kajaks ca. vier Kilometer vor Ukta an einem kleinen Seitefluss, an dem ein ausgeblichenes Schild hing, vorbei. An diesem Tag hatte uns eine ältere polnische Frau beim Mittagessen einen kleinen Geheimtipp gegeben. Sie verriet uns in gutem Deutsch, dass dieser Seitenfluss zu einem kleinen alten Philipponenkloster  führt. Kleines altes Philipponenkloster.Das Kloster sei komplett aus Holz errichtet worden und liegt an einem ruhigen See. Sie meinte wir könnten dort ungestört campen. Also beschlossen wir dem kleinen Fluss, zu folgen. Nach einem Kilometer durch sumpfiges Schilfland paddelten wir mit unseren Kajaks in einen kleinen schilfbewachsenen See namens Jez. Dus ein, an dessen linkem hinterem Ufer das Kloster lag. Wir näherten uns dem Kloster mit kräftigen Paddelschlägen und erkannten, dass sich vor dem Kloster ein kleiner Strand mit einem gut ausgebauten Steg befindet. Das Philipponenkloster entpuppte sich als leicht baufällige Ansammlung von Holzgebäuden und einigen neuzeitlichen Betonbauten. Im Haupthaus hat sich eine kleine Gastwirtschaft etabliert, die im Klosterhof einige Camping- und Stellplätze für Wohnwagen anbietet. Die letzte Nonne des Klosters sei 2006 verstorben und wurde auf dem Friedhof des Klosters begraben. Wir konnten unsere Zelte an einer alten Scheune aufschlagen. Abends wurden wir mit einem tollen Sonnenuntergang belohnt.An diesem Abend wurden wir mit einem tollen Sonnenuntergang belohnt. Wir machten es uns an der Feuerstelle des Klosters direkt am See gemütlich. Das benötigte Holz gab es vom freundlichen Gastwirt gratis, nur hacken mussten wir das Brennholz selbst. Die heutige Tagestour umfasste 10 Kilometer und war somit die kürzeste aber die belebteste Strecke unserer Masuren-Paddeltour.

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